Sonntag, 29. September 2013

Der September

Der September

Das ist ein Abschied mit Standarten
aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
Goldlack und Astern flaggt der Garten,
und tausend Königskerzen glühn.

Das ist ein Abschied mit Posaunen,
mit Erntedank und Bauernball.
Kuhglockenläutend ziehn die braunen
und bunten Herden in den Stall.

Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld.


Das ist ein Abschied mit Getümmel,
mit Huhn am Spieß und Bier im Krug.
Luftschaukeln möchten in den Himmel.
Doch sind sie wohl nicht fromm genug.

Die Stare gehen auf die Reise.
Altweibersommer weht im Wind.
Das ist ein Abschied laut und leise.
Die Karussells drehn sich im Kreise.
Und was vorüber schien, beginnt.

Erich Kästner

Freitag, 27. September 2013

Heimische Getreidesorten im Überblick

Welche Getreidesorten gibt es? Was sind die Unterschiede und wie werden sie verwendet? Eine kleine Übersicht unsrer hiesigen angebauten Getreide:

WeizenDinkelHafer

Weizen ist weltweit ein wichtiges Getreide und wird geschrotet und gemahlen in allerlei Teigwaren verarbeitet, allen voran Brot und Nudeln.

Unser heutiger Weizen eignet sich hervorragend zum Brot backen, da moderne Züchtungen viel und gutes Klebereiweiß (Gluten) enthalten. Doch diese guten Klebereigenschaften sind für viele Menschen auch hinderlich und schlecht verträglich. Die guten Backeigenschaften von Weizen haben sich schneller entwickelt, als die Verdauungssysteme der Menschen.


Emmer und Einkorn sind alte Weizenarten, die hochwertiges Eiweiß und viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Weil sie recht anspruchslos sind, werden sie gerne im Bio-Anbau eingesetzt.


Dinkel ist eine alte Kulturform des Weizens und aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit vor allem im Bio-Landbau beliebt. Er erlebt seit den 1980ern eine wahre Renaissance in der Backstube.

Obwohl Dinkel mehr Kleber enthält als Weizen, scheint sein Eiweißprofil von vielen Menschen verträglicher zu sein und weniger Allergien auszulösen. Da Dinkel früher hauptsächlich im Baden-Württembergischen Raum angebaut wurde, nennt man ihn auch Schwabenkorn.


Unreif geernteter Dinkel wird entsprechend seiner Färbung Grünkern genannt. Er muss allerdings gedörrt werden, um überhaupt bekömmlich zu werden, erhält dadurch aber sein typisch herb-würziges Aroma.

Bei Hafer denkt mancheiner heutzutage zuerst an Hafermilch und verzieht das Gesicht. Als zweites fällt uns vielleicht noch Pferdefutter ein, Haferbrei oder Haferschleim. Als Müslizutat steht er in der Zutatenliste weit oben als Haferflocke.

Zu Unrecht wurde er aus unserer Ernährung fast gänzlich verbannt, und man sieht seine lockeren Halme deshalb nur noch selten als Getreide angebaut.


Hafer enthält hochwertiges Eiweiß, wertvolle Fettsäuren und Vitamine und Mineralien, allen voran Magnesium, Zink und Eisen und ist eigentlich eine wahre Schönheitskur von innen. Außerdem ist er sehr bekömmlich, denn seine ß-Glucane halten den Cholesterinspiegel im Schach.

RoggenGersteMais

Roggen ist ursprünglich das Korn des Nordens, wird jedoch heute in ganz Deutschland angebaut und gilt mittlerweile als wichtigste Zutat für Brot. Er ist anspruchslos und robust. Vor allem in Norddeutschland sind dunkle Brote mit hohem oder ausschließlichem Roggenanteil beliebt.

Roggen benötigt beim Backen jedoch Säure, um das frühe Zersetzen der Stärke zu verhindern. Roggenbrote werden daher traditionell mit Sauerteig zubereitet. Man erhält dunkle, kompakte Brote, die sich lange frisch halten.


Gut für die Verdauung: Roggen enthält viele Ballast- und Schleimstoffe, welche sogar Krebs vorbeugen sollen. Also immer einen Roggenanteil ins Brot!

Gerste ist vielen Menschen nur als Zutat fürs Bierbrauen bekannt. Doch Vollwertköstler wissen das bekömmliche Getreide zu schätzen.

Gerste enthält hohe Anteile an wichtigen B-Vitaminen, Magnesium, Eisen, Kalzium und essentiellen Aminosäuren.

Als wahrer Sattmacher galt Gerste in alten Zeiten als Arme-Leute-Essen.


Das Gerstenkorn ist an der Ähre von einer festen Spelzhülle umgeben, welches in der Mühle entfernt wird; man erhält damit Gerstengraupen. Vollwertiger ist Nacktgerste, eine besondere Gerstenzüchtung, die sich durch nahezu spelzfreie Ähren auszeichnet.


Mais ist zwar kein - ursprünglich - heimisches Getreide, wird heute jedoch weltweit und auch bei uns angebaut. Das aus Mexiko stammende Getreide wird heute hauptsächlich als Viehfutter und zur Energiegewinnung angebaut.

Bekannt ist Mais aber auch als Maisstärke und Maisgrieß, letzteres als Polenta für die Beliebten Grießschnitten. Die meisten werden schon einmal Tortillas gegessen haben, welche traditionell mit Maismehl zubereitet werden. In den USA ist auch Maisbrot (Cornbread) beliebt und Kinogänger schätzen das knisternde Popcorn.


Mais ist von Natur aus glutenfrei und daher eine beliebte Zutat bei glutenfreien Mehlen



 © Haferbild: Rainer Sturm/pixelio.de - alle anderen: Die kluge Hausfrau

Dienstag, 24. September 2013

Achten Sie auf die Nachttemperaturen

Wenn Sie kälteempfindliche Pflanzen haben, müssen Sie in diesem Jahr jetzt schon aufpassen. Hibiskus muss zum Beispiel schon bei + 5° nach innen. Wir räumen derzeit bei drohender Kälte Hibiskus und Bougainvillea nachts ins Gartenhäuschen und holen sie morgens wieder heraus, damit sie die Sonne genießen können.

Sie können nachts auch eine Schutzhaube über die Pflanzen ziehen. Machen Sie dies dann aber vorsichtig, um Blüten und Blätter nicht zu beschädigen oder abzureißen.

Montag, 23. September 2013

Rezept: Ziegenkäsekugeln gourmand

Für's Buffet oder als Beilage
Für ein Buffet, kalte Platte oder als Beilage eignen sich diese köstlichen Kugeln aus Ziegenkäse, deren Rezept ich aus Frankreich mitgebracht habe.

Sie benötigen:
1 großer Bund frische Wild-, Küchen- oder Gartenkräuter (super mit Sauerampfer!)
150 g Ziegenfrischkäse
200 g Ziegenkäse fest, z.B. Feta
je 1 Handvoll Mandeln und Rosinen
einige entsteinte Oliven
1 durchgepresste Knoblauchzehe
Salz und Pfeffer, frisch aus der Mühle

So wird's gemacht:
Kräuter im Mixer (am besten: Thermomix) fein zerkleinern, übrige Zutaten zugeben und zu einer homogenen Masse verarbeiten, abschmecken. Mit dem Eisportionierer Kugeln abstechen und auf frischen Aprikosen- oder Feigenhälften servieren.

Guten Appetit!

Mittwoch, 18. September 2013

Der Weg der Sahne zum Schmand

Der Weg von der Sahne bis zum Schmand in Kurzform (für eine bessere Darstellung klicken Sie bitte auf Vollbild):


Die einzelnen Herstellungsschritte sind wie folgt:

Butter
Quark
Schmand


Dienstag, 17. September 2013

Kinder sind unsere Zukunft - ein Appell an die Sprache

Neulich fuhr ich in der Straßenbahn. Nach ein paar Stationen steigen ein paar Kinder im Alter von etwa 9 bis 10 Jahren ein. Erst denke ich, der eine Junge hat sich versprochen. Kommt ja bei jedem Erwachsenen auch immer mal wieder vor. „ … in das hohes Gras…“. Da denke ich mir noch nichts dabei. Aber als dann gleich darauf ein Satz fällt mit „… aber auch im tiefes Gras…“ haben die Jungs wieder meine Aufmerksamkeit. Kurz bevor sie aussteigen fragt noch einer, vielleicht derselbe: „wer treff ich denn da?“ Meine Ohren schmerzen!

Verstehen Sie mich nicht falsch. Das hat nichts mit Dialekt zu tun, auch nichts mit einem kleinen Versprecher. Solch grammatikalische Fehler sind an sich inakzeptabel, wenn sie in solch gehäufter Form auftreten. Deuten sie doch darauf hin, dass im Elternhaus selbst so ein schlechtes Deutsch gesprochen wird. Wenn es Ausländerkinder gewesen wären, hätte ich es ja auch verstehen können; doch das waren sie mitnichten. Aber hier bleibt mir echt die Spucke weg. Was soll aus diesen Jungs einmal werden? Nicht, dass Müllmann kein ehrbarer Beruf wäre, aber selbst dort werden ein paar Grundvoraussetzungen erwartet, wie etwa den Einsatzplan lesen.

Kein Wunder, dass Personalchefs die Unreife von jugendlichen Bewerbern beklagen. Kein anderes Tier entlässt seine Jungen derart schlecht vorbereitet ins Erwachsenleben. Das entdecke ich nur immer wieder bei den Menschen. Jedes Tierjunges lernt von seinen Eltern, was es fürs Überleben können muss. Oder bekommt es durch seine Instinkte von der Natur mit. Der Mensch hat in der gesamten Tierwelt die am längsten währende Kindheit. Trotzdem haben viele junge Leute nicht einmal die einfachsten sozialen Kernkompetenzen. Wenn dann auch noch derart sprachliche Schwächen hinzukommen, können wir uns zur nächsten gelungenen Hartz-4-Generation gratulieren.

Die Kinder von heute sind einmal dazu verdammt, unsere Renten zu zahlen. Wir sollten sie also bestmöglich ausbilden. Geht es den heutigen Kindern morgen – auch finanziell – gut, geht es uns künftigen Rentnern ebenso gut. Investieren wir weiterhin so wenig in die persönliche und häusliche Bildung unserer Zukunft, dann wünsche ich uns schon heute eine gute Nacht!

Also liebe Eltern, Mamis, Papis, Omas und Opas: Bitte, bitte! Sprechen Sie mit Ihren Kindern eine anständige (Umgangs-)Sprache ohne Fäkalausdrücke und in grammatikalischem und stilistisch angenehmem Deutsch. In anderen Ländern eben in der dortigen Landessprache. Außerdem sollten auch Kinder schon die wichtigsten Benimmregeln kennen. Was sich wohl als noch schwerer erweist, wenn die Eltern diese oft selbst nicht beherrschen.

Montag, 16. September 2013

Butter selbst herstellen

Selbstgemachte "Kerrygold" aus Schwarzwahldsahne
Geschmacklich ein Hit!
Butter ist eines der gesündesten Fette überhaupt. Einst verteufelt als Cholesterinhammer (ob wohl die Hersteller von Diätmargarinen dahinter steckten?), heute wieder beliebt wie nie. Wie wird nun die Butter zu Butter? Es ist einfacher als Sie denken: ganz normale Sahne wird so lange geschlagen, bis sie flockt, und noch ein klein wenig länger. Dann wird die Butter ausgewaschen, in Form gepresst und kühl gestellt. Das war's. Klingt einfach? Ist es auch. für den Thermomix habe ich folgendes Rezept ausgetüftelt (mit anderem Mixer oder Handrührgerät müssen Sie bitte selbst probieren und wahrscheinlich einiges länger mixen lassen). Vielleicht finden Sie in Großmutters Schatzkiste ja auch noch ein Butterfass? Dann können Sie Ihre eigene Butter auch damit probieren.

Noch eines vorweg: Butter aus preislichen Gründen selbst herzustellen, lohnt sich kaum. Der Preisunterschied von Sahne zu Butter ist nicht so stark ausgeprägt. Selbst buttern ist eine Philosophie und macht butterweiche Haut vom Auswaschen. Wer Kontrolle über die genauen Inhaltsstoffe oder den Geschmack haben oder eigene Blüten- oder Kräuterbutter herstellen will, der macht sie selbst. Oder wer ausversehen Sahne zu lange geschlagen hat, verbuttert sie eben.

Rühreinsatz einsetzen. 500 g Sahne mit 1 schwach gestrichenen TL Salz 5 - 6 min/Stufe 4 schlagen, bis die Sahne ausflockt. Die entstandene Buttermilch vorsichtig in ein Gefäß abgießen. Es geht auch mit der halben Menge, doch der Aufwand ist genau der gleiche, daher kann man gleich mehr machen. Die meisten geben jetzt nochmal Wasser hinzu, welches nach nochmaligem Schlagen weggeschüttet wird; dann wird die Butter aber so weiß, und wir mögen Sie gerne "irisch". Deshalb empfehle ich so weiter zu verfahren:

Ausversehen produzierte Halbfettbutter aus H-Sahne
zum kochen und Backen dennoch geeignet
Die Butter in eine Schüssel umfüllen, die Schüssel etwa zu 3/4 mit klarem Wasser auffüllen und die Butter darin kneten. Das Wasser vorsichtig abschütten und den Knetvorgang mit dem Wasser noch 1 bis 2 Mal wiederholen. Längeres Kneten wäscht das restliche Wasser aus der Butter. Nun in eine Form pressen und in den Kühlschrank stellen.

Die selbst gemachte Butter schmeckt super auf frisch gebackenem Brot oder kann zu Blüten-, Knoblauch- oder Kräuterbutter weiter verarbeitet werden.
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