Freitag, 20. Dezember 2013

Alles klatschnass, dank Ha-Ra

Vor einigen Wochen schon schwärmte eine Bekannte davon, dass sie ausschließlich Ha-Ra-Produkte zum Hausputz verwendet. Mit dem schmutzigen Wischwasser gießt sie hinterher noch die Rosen. Bitte? Ein wenig skeptisch war ich ja schon, denn so etwas hatte ich auch mal bei Amway gehört. Doch eben diese Bekannte vertritt keine Putzlappenfirma, noch hat sie sonst einen wirtschaftlichen Vorteil ihrer Schwärmerei.

Neulich auf der Messe war auch eine Ha-Ra-Vertretung vorhanden. Ha-Ra steht übrigens für den Firmengründer Hans Raab. Mein Mann und ich steuern also darauf zu und erfahren, dass Ha-Ra für die ältere, seriösere Generation von Bedeutung ist, Pro Win im Gegenzug von jüngeren Menschen bevorzugt wird, weil die Läppchen bunter seien. Aber was ist nun Ha-Ra? Warum sollte man dieses für den Hausputz verwenden?

Die Antwort darauf erhalten wir auch. Ha-Ra ist - angeblich - so umweltfreundlich, als würde man gar kein Putzmittel verwenden. Genau genommen sind es auch keine Putzmittel, sondern verschiedene, wohl sehr langlebige, Putzlappen für verschiedene Einsatzbereiche kombiniert mit einem hoch konzentriereten Pflegemittel. Langlebig interessiert mich. Nachhaltigkeit. Also ist es wohl besser für die Umwelt, als zig Mal im Jahr neues Putzzeug kaufen zu müssen. So mein erster, spontaner Gedanke am Messestand. Also kauften wir das Pflegemittel, einen Küchenigel und ein sogenanntes Umwelttuch für den Anfang für stolze 27,-- €. Statt des Küchenigels hatte ich erst einen anderen Schwamm in der Hand, doch davon riet mir der Berater ab. "Nehmen Sie besser den, der andere kann das Wasser nicht gut halten." Ja, ist der denn inkontinent? Und das Umwelttuch soll man besser vor der ersten Benutzung waschen. Super, alle Wäsche ist gerade erledigt, und die Maschinen für einen einzigen Lappen anwerfen? Eher nicht! Also heißt es warten.

Zuhause beschäftigte ich mich dann zunächst mit dem Küchenigel und dem Pflegemittel. Ernüchterung macht sich breit. Alle Lappen sind nur auf 40° waschbar. Ganz toll. Etwas, das ich weder in Küche, noch in den Bädern leiden kann. Ein Bisschen Hygiene darf schon sein, und dazu gehört auch, dass Putzlappen bei 60° in die Maschine wandern. Normalerweise. Leiden kann ich auch nicht, dass Putzlappen eine Bedienungsanleitung brauchen. Ich will doch keinen Videorecorder bedienen! Bei genauerer Betrachtung erschließt sich mir nun auch der Sinn des Pflegemittels nicht. Braucht eine Fläche, die ich normalerweise öfter am Tag nur mit klarem Wasser abwische ein Zusatzmittel? Nein. Wir haben weder kleine Kinder, noch andere Dreckspatzen in unserem Haushalt, noch große Fliesenbereiche zum Nasswischen. 3 Tropfen sollen für einen Eimer mit 10 Litern ausreichen. Das hätte ich mal vorher gelesen. Im Leben benötigen wir nicht so viel Wasser zum wischen. Küchenschränke werden bei Bedarf feucht abgewischt. Das hieße im Umkehrschluss, ich (ver)brauche künftig viel mehr Wasser als vorher? Damit möchte ich nicht leben. So oft müssen wir nicht wischen, und unsere bisherigen Mittel verbrauchen sich extrem langsam. Gut, ich las noch, man könne die Wäsche damit waschen, 3 - 5 Tropfen auf eine Waschladung. (Übrigens ist die Dosierung mehr als schwierig: wieviel ist ein Tropfen? Es kommt beim Drücken auf die Flasche kein Tropfen, sondern ein dünner Strahl.) Die frisch gewaschene Wäsche roch damit so richtig miefig. Also weg damit!

In einem Testbericht las ich, dass beim Küchenigel kein Nachtrocknen erforderlich wäre. Vielleicht bin ich zu eingefahren in meiner Reinigungsweise, aber das kann ich einfach nicht bestätigen. Alle Flächen blieben damit klatschnass, trockneten nur schwer und mit schlimmen Wasserflecken. Der Küchenigel wurde ins Bad verbannt. Dort darf er Waschbecken und Glasdusche reinigen. Das geht nun wirklich gut. Es bleiben keine Kalk- und Seifenreste zurück, ganz ohne Putzmittel. Allerdings werden die Glasflächen danach weiterhin abgezogen, um die schon erwähnten Wasserflecken zu vermeiden. Die Waschbecken werden danach trocken gerieben, dann glänzen sie schön. Die kluge Hausfrau liebt es, wenn die Dinge glänzen.

Zwischenzeitlich ist auch das Umwelttuch gewaschen. Zur Schonung der Fasern wie vorgeschrieben in einem Wäschesäckchen. Das ist normalerweise empfindlichen Wäschstücken und Dessous vorbehalten, und meinerseits so gar nicht für Putzlappen gedacht. Als ich es aus der Wäsche nehme, stelle ich fest, dass es schlimmer fusselt, als alle meine bisherigen Haustiere zusammen, und das will was heißen! Was mache ich nun damit? In der Küche kommt es auf keinen Fall, schließlich sollen die Fusseln nicht ins Essen. Im Bad werkelt schon der Küchenigel. Eigentlich möchte ich es gar nicht mehr haben, denn keinen der Ha-Ra-Lappen darf man auf Acrylflächen (bei uns Dusch- und Badewanne), lackiertenFlächen, (auch das haben wir ein paar) und noch ettliche weitere Materialien verwenden. Das schadet sonst den Flächen. Nach der nächsten Wäsche mit jenem Wäschebeutelchen war meine Unterwäsche voller Ha-Ra-Fusseln. Nicht schön.

Kurzum: ich kann das Pflegemittel und das Umwelttuch nicht leiden. Eigentlich gar kein Produkt so richtig. Eine riesige Enttäuschung, und teuer obendrein. Mit dem Küchenigel im Bad habe ich mich arrangiert, auch wenn die Wannen und Möbel damit nicht gereinigt werden dürfen. Mit den anderen beiden Sachen haben wir jene Bekannte beglückt, die uns den Mist empfohlen hatte. Nun hat sie also doch einen wirtschaftlichen Vorteil.

Die Ha-Ra-Beraterin wollte eigentlich noch kommen, und mir die Wirkungsweise zeigen und die Art zu putzen näher bringen. Ich will sie nicht in meiner Wohnung. Bin schon sauer. Basta. Denn wenn man es genau betrachtet haben wir auch alle anderen Tücher jahrelang, und die kann man bei 60° waschen, ohne Wäschesäckkchen und sie fusseln nicht.

Kommentare:

  1. Mit Interesse habe ich Ihre interessante Geschichte gelesen. Sehr erstaunt hat mich die Aussage des Beraters auf der Messe, dass Ha-Ra für die seriöse Hausfrau von Bedeutung sei - proWIN nur für die jüngere Generation, weil die Läppchen bunter seien. Das grenzt ja schon an groben Unfug oder noch schlimmer: üble Nachrede. Die Tatsache ist, dass die symbiontische Reinigung von proWIN eine gut durchdachte Weiterentwicklung der physikalischen Reinigung ist, die Hans Raab seinerzeit erfunden hat. Dafür sind wir ihm ja auch dankbar. Aber Gott sei Dank gibt es Menschen, die erkennen, wenn ein die Anwendung oder Wirkungsweise eines Produktes nicht konsequent zuendegedacht wurde - und genau da kommt proWIN ins Spiel.
    Wir alle wissen, dass eine gute Mikrofaser in Kombination mit Wasser viele Probleme im Haushalt lösen kann - aber eben leider nicht alle. Und was macht die Hausfrau dann? Sie greift doch wieder zu einer Chemiekeule. Leider - aber anders funktionierte es ja nicht. Genau so ist es mir nämlich ergangen. Habe fast 20 Jahre lang mit Ha-Ra geputzt. Und offen gestanden hatte ich zum Schluss wieder den ganzen Putzmittelschrank voll mit propperen Meistern und Bing-Bang und Co.
    Darum hat proWIN - oder besser gesagt, der Firmengründer Ingolf Winter - die symbiontische Reingiung erfunden. Eine hochentwickelte Mikrofaser in Kombination mit einem so milden Reinigungkonzentrat (was 1:10 mit Wasser verdünnt wird) dass auf der Konzentratflasche noch nicht mal ein Gefahrenzeichen ist.
    Dieser Reiniger nennt sich Alleskönner, darf auf allen Flächen verwendet werden, die mit Wasser in Berührung kommen dürfen und hat nur eine einzige Aufgabe: Schmutze aller Art und organische und anorganische Fette zu lösen. Die Mikrofaser nimmt den gelösten Schmutz auf und gibt ihn unter kaltem Wasser wieder ab. Damit habe ich sogar die jahrealten Putzschichten des Ha-Ra-Pflegemittels wieder abgekriegt!
    Dieses System überzeugt durch seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, Sparksamkeit, Umweltfreundlichkeit und durch absolut umwerfende Ergebnisse. Es ist äußerst praktisch, sehr gut durchdacht und gibt mir das gute Gefühl, nicht nur meinen Haushalt einfach wirklich sauber gemacht zu haben sondern außerdem auch noch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz (zur Reinerhaltung der Gewässer, zur Müllvermeidung und zum Schutz wichtiger Ressourcen) geleistet zu haben. Und das alles auch noch zu einem Preis von umgerechnet ca. 1,--€ pro 500ml Putzmittel.
    Also - ich bin begeistert!!!
    Es tut mir sehr Leid, dass Sie eine Erfahrung gemacht haben, die Sie "sauer" gemacht hat. Lassen Sie sich ruhig mal zeigen, wie das Leben wieder "süß" wird. :-)

    gez. Uli Torscheit

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    1. Hallo Frau Torscheit,

      der Unmut über die Ha-Ra-Verschwendung ist längst erflogen, und das Leben ist meist süß :-)

      Haben Sie vielen Dank für Ihre ausführliche Erläuterung. Ich greife jedoch nicht mehr zur Chemiekeule, sondern zu meinem selbst produzierten Orangenessig. Und natürlich verbrauchen wir die Sachen, die wir mal angeschafft haben, wenn auch sehr langsam. Das spart übrigens nicht nur den Geldbeutel, sondern auch jede Menge Platz im Besenschrank!

      Herzlicher Gruß

      P.S.: Von Pro Win habe ich die Spülbürste und bin, wie man hier lesen kann, begeistert: http://die-kluge-hausfrau.blogspot.de/2013/09/fur-sie-getestet-die-prowin-spulburste.html

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  2. :-)
    Das sind vermutlich unter anderem genau die Gründe, warum sich Ingolf Winter damals von Hans Raab und Ha-Ra getrennt hat und proWIN gegründet hat.

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Vielen Dank fürs Beachten der Nettiquette!

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