Neulich fuhr ich in der Straßenbahn. Nach ein paar Stationen steigen
ein paar Kinder im Alter von etwa 9 bis 10 Jahren ein. Erst denke ich,
der eine Junge hat sich versprochen. Kommt ja bei jedem Erwachsenen auch
immer mal wieder vor. „ … in das hohes Gras…“. Da denke ich mir noch
nichts dabei. Aber als dann gleich darauf ein Satz fällt mit „… aber
auch im tiefes Gras…“ haben die Jungs wieder meine Aufmerksamkeit. Kurz
bevor sie aussteigen fragt noch einer, vielleicht derselbe: „wer treff
ich denn da?“ Meine Ohren schmerzen!
Verstehen Sie mich
nicht falsch. Das hat nichts mit Dialekt zu tun, auch nichts mit einem
kleinen Versprecher. Solch grammatikalische Fehler sind an sich
inakzeptabel, wenn sie in solch gehäufter Form auftreten. Deuten sie
doch darauf hin, dass im Elternhaus selbst so ein schlechtes Deutsch
gesprochen wird. Wenn es Ausländerkinder gewesen wären, hätte ich es ja
auch verstehen können; doch das waren sie mitnichten. Aber hier bleibt
mir echt die Spucke weg. Was soll aus diesen Jungs einmal werden? Nicht,
dass Müllmann kein ehrbarer Beruf wäre, aber selbst dort werden ein
paar Grundvoraussetzungen erwartet, wie etwa den Einsatzplan lesen.
Kein
Wunder, dass Personalchefs die Unreife von jugendlichen Bewerbern
beklagen. Kein anderes Tier entlässt seine Jungen derart schlecht
vorbereitet ins Erwachsenleben. Das entdecke ich nur immer wieder bei
den Menschen. Jedes Tierjunges lernt von seinen Eltern, was es fürs
Überleben können muss. Oder bekommt es durch seine Instinkte von der
Natur mit. Der Mensch hat in der gesamten Tierwelt die am längsten
währende Kindheit. Trotzdem haben viele junge Leute nicht einmal die
einfachsten sozialen Kernkompetenzen. Wenn dann auch noch derart
sprachliche Schwächen hinzukommen, können wir uns zur nächsten
gelungenen Hartz-4-Generation gratulieren.
Die Kinder
von heute sind einmal dazu verdammt, unsere Renten zu zahlen. Wir
sollten sie also bestmöglich ausbilden. Geht es den heutigen Kindern
morgen – auch finanziell – gut, geht es uns künftigen Rentnern ebenso
gut. Investieren wir weiterhin so wenig in die persönliche und häusliche
Bildung unserer Zukunft, dann wünsche ich uns schon heute eine gute
Nacht!
Also liebe Eltern, Mamis, Papis, Omas und Opas:
Bitte, bitte! Sprechen Sie mit Ihren Kindern eine anständige
(Umgangs-)Sprache ohne Fäkalausdrücke und in grammatikalischem und
stilistisch angenehmem Deutsch. In anderen Ländern eben in der dortigen
Landessprache. Außerdem sollten auch Kinder schon die wichtigsten
Benimmregeln kennen. Was sich wohl als noch schwerer erweist, wenn die
Eltern diese oft selbst nicht beherrschen.
Herzlich willkommen im Heim der klugen Hausfrau. Was macht eine gute Hausfrau aus? Sie ist nicht perfekt, aber vielseitig und flexibel. Sie weiß sich zu helfen und kann organisieren. Die Hausfrau an sich hat oft einen oder mehrere Jobs, Kinder, oder diese sind nun aus dem Haus. Das Bild der Hausfrau ist ebenso vielfältig wie es Frauen gibt. Das gleiche gilt übrigens für Hausmänner.
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Dienstag, 17. September 2013
Mittwoch, 11. September 2013
Kolumne: Männer sehen anders als Frauen
Männer sehen anders als Frauen. Ja, wirklich. Männer sehen weg. Und an manchen Tagen gleicht das Leben der klugen Hausfrau einer Fernseh-Sitcom. Glauben Sie nicht?
Männer sind in der Lage, das Waschbecken penibelst sauber zu putzen, aber den Wasserhahn desselben nicht anzurühren. Oder ich habe vor einer halben Minute die Edelstahl-Abtropfschale der Küchenspüle gewienert, als sie schon wieder mit Tropfen übersäht ist, die dann wieder trocknen und hässliche Flecken hinterlassen? Oder der Mann wischt freiwillig regelmäßig Staub. Beneidenswert, werden viele jetzt spontan sagen. Ja, die Abzugshaube glänzt, dass man sich drin spiegeln kann. Aller Staub liegt jetzt auf Arbeitsflächen und Ceranfeld.
"Der Apfeldirektsaft schmeckt aber nicht so gut; der ist so intensiv." "Welcher Apfeldirektsaft?" "Der im Kühlschrank, in der Tür." "Das ist Traubensaft!"
| Gecko krabbelt jetzt Mann sei Dank |
Männer lieben Brot, wurstfingerdick geschnitten. Männer brauchen je nach Region zwischendurch ein Vesper, eine Brotzeit oder eine Stulle. Die Küche ist blitzblank. Nach der Vesperzeit sind Arbeitsfläche und Fußboden sehr dekorativ gleichmäßig mit Mehl und Krümeln bestäubt. "Welche Brossamen? Iiiich seh nix!" "Liebling, nur weil Du sie nicht siehst, heißt es nicht, dass sie nicht da sind." "Du siehst Gespenster." "Ja, halbe Millimeter groß und weiß."
| Nur noch unterschreiben
Thorben Wengert/pixelio
|
Oder vor einigen Jahren, noch ohne gemeinsame Wohnung: "Wo ist mein T-Shirt geblieben?" "Im Schlafzimmer, im Schrank." Das sind 3 Meter Schrank mit 6 Türen. Er öffnet eine davon. "Ich seh's nicht!"
Aber all das nehme ich gerne in kauf, denn er macht sehr gerne und freiwillig viele Dinge, die ich nicht mag: Haare aus Abflüssen fischen, Boden wischen, Lampenabdeckungen von toten Fliegen befreien, Keller und Garage auskehren, Blumenerde 3 Stockwerke auf die Terrasse schleppen, Bilder etc. aufhängen, die Steuererkärung.
Dienstag, 30. Juli 2013
Was es nicht alles gibt - Das Bierlexikon
| Wandersmann/pixelio.de |
Ich erfahre, dass Exportbier ein untergäriges Bier ist, und weniger 'gehopft' als Pils. Untergärig... ein Lexikon, bei dem ich also erst wieder Fachausdrücke nachschlagen muss. Ich finde untergärig und obergärig unter den Buchstaben 'U' und 'O' und lerne, dass obergäriges Bier bei höheren Temperaturen (15 - 20°) reift und die Hefe nach oben steigt, wo sie abgeschöpft wird. Untergärig hingegen bedeutet eine Gärung bei niedrigen 5 - 12°; die Hefe sinkt auf den Grund.
Muss Frau ja wissen. Doch was gehopft bedeutet, kann ich nur spekulieren und mutmaße, es bedeutet, Hopfen - es werden fürs Bier übrigens nur die unbefruchteten weiblichen Hopfendolden verwendet - zusetzen/hinein tun.
Die Rezepte übrigens, von Bieramisu (eine Art Tiramisu mit Bier eben) bis hin zur Kürbiscremesuppe mit Bier sind jetzt nicht das, was der klugen Hausfrau das Herz höher schlagen lässt. Hier bleibt sie doch lieber bem Traditionellen.
Montag, 15. April 2013
Kolumne: Slow Food = Soul Food?
Anglizismen sind eigentlich nicht so meins. Wir haben ja selbst eine wunderbare Sprache, mit der man sogar viel besser nuancieren kann, als mit der englischen. Ausnahmen bestätigen die Regel; denn was soll man machen, wenn die Messe Slow Food heißt? Neuerdings mit dem Zusatz Markt des guten Geschmacks. Am Wochenende fand hier also die alljährliche Slow-Food-Messe statt. Wie immer gemeinsam mit ein paar anderen (Mineralien, Garten, Yoga und noch was?) Die meisten Messehallen waren nicht gerade überfüllt. Beim ersten schönen Wochenende dieses Jahr sammelten sich die Menschen lieber draußen für ausgiebeige Pausen und lagen im Gras. Doch wo es was zu Essen gibt, und kostenlose Probiererle, da ist immer was los. Grundsätzlich.
Gut, ich fand immerhin ein paar günstige elektrische Gewürzmühlen, die auch funktionieren. Ansonsten: bis auf ein paar Ausnahmen Fertiggerichte, Convenience-Produkte auf neudeutsch. Und Wein. Und Kaffee. Aus Komumbien, Afrika und so weiter. Wenigstens war die Messe nicht so Bierlastig wie letztes Jahr. Ist Bier aufgrund des deutschen Reinheitsgebotes nicht immer Bio? Glücklicherweise gibt es auch ein klein wenig Gemüse unter all dem Fleisch und all der Salami, die wirklich gern angeboten wird. Spanische Regionen suchte ich vergeblich. Sehr schade. Vielleicht fand ich diese auch nur nicht, aufgrund der mir unheimlich erscheinenden Riesenmenschenmenge. Also kein Ron con Miel - Rum mit Honig - (kanarische Alkoholische Spezialität mit hohem Suchtfaktor), kein Turron, eh eine Köstlichkeit, die es meist zur Weihnachtszeit gibt. Schade. Also muss man bis zum nächsten Kanariaurlaub warten.
Worum geht es also? Regionen präsentieren auf kulinarische Weise sich mal groß, mal klein, mal beliebt (italienisches Olivenöl), mal weniger beliebt (Saarländische Marmelade), aber fast immer mit dem, was Menschen für kulinarisch hochwertiges Essen halten. Und das scheinbar einfach in der Zubereitung ist. Falafel-Päckle zum anrühren, zum Beispiel oder Fertigsoßen. Doch hat all das wirklich mit Slow Food zu tun? Also dem Langsamen, der Entdeckung der Langsamkeit, der Entschleunigung? Immerhin trägt die Messe eine für ihre Langsamkeit bekannte Schnecke im Logo. Wo bleibt denn die Bewusstheit für die Lebensmittel? Wo die Sinnlichkeit? Einfach aus verschiedenen Zutaten ein leckeres Gericht zu zaubern. Aus richtigen Kicherebsen -oder meinetwegen Kichererbsenmehl - Gewürzen und klein geschnittenem oder selbst mittels hochwertigen Küchenutensil zerkleinertem Gemüse die richtige Konsistenz eines Falaffelteigs zu finden, um beim Beispiel zu bleiben. Paket aufreißen, in eine Schüssel umfüllen und mit Wasser verrühren hat definitiv nichts mit 'Slow Food', also langsam (zubereitetem) Essen zu tun. Meine Seelennahrung habe ich dort jedenfalls nicht gefunden.
![]() |
| www.slowfood.de |
Worum geht es also? Regionen präsentieren auf kulinarische Weise sich mal groß, mal klein, mal beliebt (italienisches Olivenöl), mal weniger beliebt (Saarländische Marmelade), aber fast immer mit dem, was Menschen für kulinarisch hochwertiges Essen halten. Und das scheinbar einfach in der Zubereitung ist. Falafel-Päckle zum anrühren, zum Beispiel oder Fertigsoßen. Doch hat all das wirklich mit Slow Food zu tun? Also dem Langsamen, der Entdeckung der Langsamkeit, der Entschleunigung? Immerhin trägt die Messe eine für ihre Langsamkeit bekannte Schnecke im Logo. Wo bleibt denn die Bewusstheit für die Lebensmittel? Wo die Sinnlichkeit? Einfach aus verschiedenen Zutaten ein leckeres Gericht zu zaubern. Aus richtigen Kicherebsen -oder meinetwegen Kichererbsenmehl - Gewürzen und klein geschnittenem oder selbst mittels hochwertigen Küchenutensil zerkleinertem Gemüse die richtige Konsistenz eines Falaffelteigs zu finden, um beim Beispiel zu bleiben. Paket aufreißen, in eine Schüssel umfüllen und mit Wasser verrühren hat definitiv nichts mit 'Slow Food', also langsam (zubereitetem) Essen zu tun. Meine Seelennahrung habe ich dort jedenfalls nicht gefunden.
Montag, 11. März 2013
... dass man sich drin spiegeln kann...
Liebe Leserinnen und Leser,
wer kennt sie nicht, die flotten Werbesprüche, allen voran Clementine mit *** wäscht nicht nur sauber, sondern rein. *** putzt so sauber, dass man sich drin spiegeln kann.
Zugegeben, das klingt vielleicht etwas überholt. Doch wer auf Ordnung und Sauberkeit wert legt, hat mehr vom Leben. Mehr Selbstwertgefühl. Weil Sie es sich wert sind! Mehr Zeit. Glauben Sie nicht? Wieviel Zeit verbringen Sie mit suchen, nur weil Sie die Brille, die Schlüssel oder anders irgendwo abgelegt haben, und nicht mehr wissen wo? Mehr Nervenstärke. Denn die Nerven liegen nicht dauernd blank, wenn man nicht die Schubladen nach bestimmten Dingen durchwühlen muss.
Zu guter Letzt: es ist doch viel schöner, wenn die Dinge sauber glänzen, oder Wäsche ordentlich im Schrank hängt, statt in ein Regal geworfen wird, man abends in ein gemachtes Bett geht, statt in einen zerwühlten Haufen.
Oft frage ich mich, wie denken die Menschen wohl von sich selbst, wenn sie in chaotischen Zuständen leben? Ist es dann Fassade, wenn sie nach außen den tollen Kerl, oder die taffe Businessfrau mimen? Schließt Erfolg auf der einen Seite, ein gesundes Privatleben aus? Und wie können Menschen, die den ganzen Tag zu hause verbringen, das nur mit ansehen?
Man braucht ja keinen Putzfimmel, um ein gewisses Maß an Grundordnung zu halten.
Nachdenkliche Grüße,
Ihre kluge Hausfrau
wer kennt sie nicht, die flotten Werbesprüche, allen voran Clementine mit *** wäscht nicht nur sauber, sondern rein. *** putzt so sauber, dass man sich drin spiegeln kann.
Zugegeben, das klingt vielleicht etwas überholt. Doch wer auf Ordnung und Sauberkeit wert legt, hat mehr vom Leben. Mehr Selbstwertgefühl. Weil Sie es sich wert sind! Mehr Zeit. Glauben Sie nicht? Wieviel Zeit verbringen Sie mit suchen, nur weil Sie die Brille, die Schlüssel oder anders irgendwo abgelegt haben, und nicht mehr wissen wo? Mehr Nervenstärke. Denn die Nerven liegen nicht dauernd blank, wenn man nicht die Schubladen nach bestimmten Dingen durchwühlen muss.
Zu guter Letzt: es ist doch viel schöner, wenn die Dinge sauber glänzen, oder Wäsche ordentlich im Schrank hängt, statt in ein Regal geworfen wird, man abends in ein gemachtes Bett geht, statt in einen zerwühlten Haufen.Oft frage ich mich, wie denken die Menschen wohl von sich selbst, wenn sie in chaotischen Zuständen leben? Ist es dann Fassade, wenn sie nach außen den tollen Kerl, oder die taffe Businessfrau mimen? Schließt Erfolg auf der einen Seite, ein gesundes Privatleben aus? Und wie können Menschen, die den ganzen Tag zu hause verbringen, das nur mit ansehen?
Man braucht ja keinen Putzfimmel, um ein gewisses Maß an Grundordnung zu halten.
Nachdenkliche Grüße,
Ihre kluge Hausfrau
Sonntag, 10. März 2013
Wo die Artikel entstehen
Liebe Leser, am heutigen Sonntag gibt es statt eines Naturfotos ein Bild meines Büros. Hier entstehen die meisten Artikel der klugen Hausfrau. Ein Blick über die Schulter sozusagen.
Ein einigermaßen ordentlicher Arbeitsplatz ist wichtig, um klare Gedanken und verständliche Formulierungen zu finden. Außerdem sind wir alle uns einen gepflegten Wirkungsbereich wert.
Die rote Scheibe im Unterlicht sieht man von außen kaum, nur bei Nacht, wenn Licht brennt. Dafür sieht man die Utensilien auf dem Schreibtisch von außen auch nicht und mein Blick geht nicht ständig nach draußen und wird dadurch auch nicht abgelenkt. Dass wir uns für dieses tolle Rot, das bei jedem Lichteinfall anders aussieht entschieden haen, finde ich richtig gut, erhält man dadurch doch immer mal wieder den richtigen Energieschub. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen energiereichen Sonntag!
Ein einigermaßen ordentlicher Arbeitsplatz ist wichtig, um klare Gedanken und verständliche Formulierungen zu finden. Außerdem sind wir alle uns einen gepflegten Wirkungsbereich wert.
Die rote Scheibe im Unterlicht sieht man von außen kaum, nur bei Nacht, wenn Licht brennt. Dafür sieht man die Utensilien auf dem Schreibtisch von außen auch nicht und mein Blick geht nicht ständig nach draußen und wird dadurch auch nicht abgelenkt. Dass wir uns für dieses tolle Rot, das bei jedem Lichteinfall anders aussieht entschieden haen, finde ich richtig gut, erhält man dadurch doch immer mal wieder den richtigen Energieschub. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen energiereichen Sonntag!
Freitag, 15. Februar 2013
Kolumne: Auf gute Nachbarschaft
Es kann der frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt... oder so ähnlich. Gut, jetzt kann bestimmt jeder sein Lied aus seinem eigenen Erfahrungsschatz singen und damit bilden wir einen großen Chor.
Wer sich jedoch mitunter über seine rücksichslose Nachbarschaft aufregt, sollte wissen, dass (a) selten etwas besseres nachkommt, und (b) in jedem Mehrfamilienhaus/in jeder Straße genau eine Familie lebt, für die die allgemeingültigen Regeln auf gute Nachbarschaft nicht gelten. Sie üben laute Instrumente während der Ruhezeiten und/oder Sonntag morgens um acht(!), sie trampeln gröhlend durchs Treppenhaus (die Kinder), werfen Türen mit Karacho zu (die ganze Familie) und berufen sich darauf, dass Kinder 24 Stunden, 7 Tage die Woche Krach machen dürfen. In einem Mehrfamilienhaus muss man damit leben. Zum Vergleich: ein Hund darf maximal 1/2 Stunde bellen. In einem Mehrfamilienhaus muss man schließlich auf die Nachbarn Rücksicht nehmen.
Trotzdem: solch eine Familie ist besser, als neu eingezogene Nachbarn, von denen man wochentags tagsüber nichts, aber auch gar nichts hört, und man sich schon sorgt, ob sie noch am Leben sind, oder ob das Kistenschleppen nicht doch zu viel war, aber wahlweise nachts um elf und/oder Sonntagmittag beginnen, die neu gestellten Möbel wieder zu verrücken und wie wild zu hämmern. Weiß man doch, dass sich das Kindertrampel-Geschrei-Gejohle-Problem irgendwann in ferner Zukunft von selbst löst. Kein Teenager steht Sonntag-morgens freiwillig auf. Und so lange er schläft, lässt man ihn besser seinen wohlverdienten Schlaf der Seeligen schlafen. Hören Sie etwas? Sehen Sie.
Richtig schön wird die Aussicht, wenn Familie Flodder nebenan wohnt. Erst glaubt man, die Deutschlandfahne weht nur zur WM-/EM-Zeit, doch weit gefehlt: mittlerweile weht das ausgebleichte Ding ganzjährig. Dafür wird der Balkon durch eine dekorative Kartonage verziert, deren Funktion völlig im Dunkeln liegt. Oft werden Balkone nur als Outdoor-Gerümpelkammer missbraucht. Eigentlich schade. Da können die Nachbarn nur hoffen, dass die Bäume bald wieder Laub bekommen.
Dann gibt es noch diese Spezies, die sich darüber beschwert, dass im Winter Schnee liegt, aber selbst das ganze Jahr selbst nie etwas macht. Weder Eis und Schnee räumen, noch den selbst produzierten und in der ganzen Nachbarschaft verteilten Bauschutt wegräumen. Dann gibt es noch die neugierigen Tratschen, die sich in ihrer Küche sogar Spiegel installieren, damit sie beim mittäglichen Kochen bequem die ganze Straße überblicken können. Sollte man nun einmal zufällig ein Alibi benötigen, kann die Nachbarin bestimmt Auskunft darüber geben, wann man nach Hause gekommen ist.
Hach, wie nett waren dann doch die Bewohner der beschaulichen Wisteria Lane, die gleichzeitig beste Freunde und Freundinnen waren. Schade, dass die Serie vorbei ist, bot sie doch allwöchentlich einen Ausflug in eine kleine, heile Nachbarschaftswelt. Neue Nachbarn wurden ebenso neugierig wie liebevoll mit flott selbstgebackenen Kuchen, Brötchen und Muffins begüßt, in einem Henkelkorb mit roter Schleife. Warum ist die reale Welt keine Seifenoper?
Wer sich jedoch mitunter über seine rücksichslose Nachbarschaft aufregt, sollte wissen, dass (a) selten etwas besseres nachkommt, und (b) in jedem Mehrfamilienhaus/in jeder Straße genau eine Familie lebt, für die die allgemeingültigen Regeln auf gute Nachbarschaft nicht gelten. Sie üben laute Instrumente während der Ruhezeiten und/oder Sonntag morgens um acht(!), sie trampeln gröhlend durchs Treppenhaus (die Kinder), werfen Türen mit Karacho zu (die ganze Familie) und berufen sich darauf, dass Kinder 24 Stunden, 7 Tage die Woche Krach machen dürfen. In einem Mehrfamilienhaus muss man damit leben. Zum Vergleich: ein Hund darf maximal 1/2 Stunde bellen. In einem Mehrfamilienhaus muss man schließlich auf die Nachbarn Rücksicht nehmen.
Trotzdem: solch eine Familie ist besser, als neu eingezogene Nachbarn, von denen man wochentags tagsüber nichts, aber auch gar nichts hört, und man sich schon sorgt, ob sie noch am Leben sind, oder ob das Kistenschleppen nicht doch zu viel war, aber wahlweise nachts um elf und/oder Sonntagmittag beginnen, die neu gestellten Möbel wieder zu verrücken und wie wild zu hämmern. Weiß man doch, dass sich das Kindertrampel-Geschrei-Gejohle-Problem irgendwann in ferner Zukunft von selbst löst. Kein Teenager steht Sonntag-morgens freiwillig auf. Und so lange er schläft, lässt man ihn besser seinen wohlverdienten Schlaf der Seeligen schlafen. Hören Sie etwas? Sehen Sie.
Ist diese Konstruktion nicht der helle Wahnsinn? |
Dann gibt es noch diese Spezies, die sich darüber beschwert, dass im Winter Schnee liegt, aber selbst das ganze Jahr selbst nie etwas macht. Weder Eis und Schnee räumen, noch den selbst produzierten und in der ganzen Nachbarschaft verteilten Bauschutt wegräumen. Dann gibt es noch die neugierigen Tratschen, die sich in ihrer Küche sogar Spiegel installieren, damit sie beim mittäglichen Kochen bequem die ganze Straße überblicken können. Sollte man nun einmal zufällig ein Alibi benötigen, kann die Nachbarin bestimmt Auskunft darüber geben, wann man nach Hause gekommen ist.
Hach, wie nett waren dann doch die Bewohner der beschaulichen Wisteria Lane, die gleichzeitig beste Freunde und Freundinnen waren. Schade, dass die Serie vorbei ist, bot sie doch allwöchentlich einen Ausflug in eine kleine, heile Nachbarschaftswelt. Neue Nachbarn wurden ebenso neugierig wie liebevoll mit flott selbstgebackenen Kuchen, Brötchen und Muffins begüßt, in einem Henkelkorb mit roter Schleife. Warum ist die reale Welt keine Seifenoper?
Mittwoch, 30. Januar 2013
Kolumne: Der Luxushaushalt
Heute geht es um Technik. Keine Angst, es wird keine (reine) Männerseite. Wir beschäftigen uns auch nicht mit Bohrmaschinen oder Winkelschleifern. Technik im Sinne moderner Haushaltshelfer. Welche Anschaffungen sind sinnvoll? Auf welche kann oder sollte man sogar verzichten? Braucht man all diese Luxusgeräte auch?
Nun, brauchen brauchen wir schon mal gar nichts. Wir können mit Besen und Lappen bewaffnet den Boden säubern. Wir können unsere Suppe auch durch die flotte Lotte drehen oder mit dem Pürierstab fein pürieren. Nebenbei dekorieren wir mit den Tomatenspritzern noch die Küche. Wir können von Hand spülen und abtrocknen. Wir können auch Wäsche auf dem Waschbrett rubbeln. Selbst wenn wir vollzeitberufstätig sind geht das. Aber dann haben wir keine Zeit mehr für die schönen Dinge des Lebens. Die, die wir gerne machen. Keine Zeit mehr für Mann, Kinder oder Freunde.
Ja früher ging es auch. Da haben aber auch mehrere Leute zusammen geholfen. Die Dame des Hauses gab Anweisungen, das Personal befolgte sie. Später sparte man sich das Dienstpersonal und die Hausfrau übernahm mehr und mehr diese Aufgaben. Dies ist in den meisten Fällen bis heute so. Ein Singlehaushalt braucht vielleicht auch keine Putzhilfe. Trotzdem möche man, kommt man abends müde und abgeschafft nach Hause, nicht den ganzen Abend mit Hausarbeit verbringen. Gleichzeitig soll aber ein frisches Essen auf dem Tisch stehen, die Wohnung jederzeit vorzeigbar sein. Der Abwasch soll sich nicht die ganze Woche über auftürmen.
Dies können wir in unserer Zeit nur bewerkstelligen, wenn wir intelligente Lösungen bevorzugen. Wir sind auch allesamt motivierter, wenn wir tolle Geräte programmieren dürfen, als wenn wir auf Knien rutschend den Boden schrubben.
Kaufen Sie sich also nur Haushaltsgeräte, die sie glücklich machen. Mit denen es eine Freude ist, damit umzugehen. Die wahre Zeitvorteile bringen. Die qualitativ hochwertig sind, und möglichst langlebig. Schließlich wollen wir unsere Freizeit ja nicht monatlich im Elektromarkt verbringen und Ersatz beschaffen müssen. Ökologischer ist dieses Kaufverhalten auch, denn mit jedem neuen (Ersatz-)Gerät steigt der Rohstoffverbrauch. Außerdem wirkt sich ein Supergerät in 20 Jahren gekauft gegenüber 3 oder 4 billige im gleichen Zeitraum auch positiv aufs Sparkässchen aus.
À propos Sparkässchen: wenn Sie noch zögern, sich tolle Sachen anzuschaffen, überlegen Sie einfach, wieviel Ihr derzeitiges Smartphone kostet. Und das kann nicht alleine staubsaugen, kochen, Wäsche waschen... ;-)
![]() |
| Alt gegen...
Foto: Dieter Schütz /pixelio.de
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Ja früher ging es auch. Da haben aber auch mehrere Leute zusammen geholfen. Die Dame des Hauses gab Anweisungen, das Personal befolgte sie. Später sparte man sich das Dienstpersonal und die Hausfrau übernahm mehr und mehr diese Aufgaben. Dies ist in den meisten Fällen bis heute so. Ein Singlehaushalt braucht vielleicht auch keine Putzhilfe. Trotzdem möche man, kommt man abends müde und abgeschafft nach Hause, nicht den ganzen Abend mit Hausarbeit verbringen. Gleichzeitig soll aber ein frisches Essen auf dem Tisch stehen, die Wohnung jederzeit vorzeigbar sein. Der Abwasch soll sich nicht die ganze Woche über auftürmen.
Dies können wir in unserer Zeit nur bewerkstelligen, wenn wir intelligente Lösungen bevorzugen. Wir sind auch allesamt motivierter, wenn wir tolle Geräte programmieren dürfen, als wenn wir auf Knien rutschend den Boden schrubben.
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| ...neu |
À propos Sparkässchen: wenn Sie noch zögern, sich tolle Sachen anzuschaffen, überlegen Sie einfach, wieviel Ihr derzeitiges Smartphone kostet. Und das kann nicht alleine staubsaugen, kochen, Wäsche waschen... ;-)
Montag, 22. Oktober 2012
Kolummne: Von Lippenstiften und anderen Sorgen
Ja, von Zeit zu Zeit erreichen mich doch Fragen, warum ich z.B. (1) meine Leserschaft sieze, (2) ob ich keinen Humor hätte oder ob ich (3) in Kittelschürze herumlaufe.
Die Antworten sind ganz einfach:
Als gestandene Frau, habe ich meinen Stil (neudeutsch Style genannt) längst gefunden. Und auch meine Mode, äh... Fäschion. Ich weiß auch, wie man sich schminkt und kann mit Seitenlangen Anleitungen und spiegelverkehrten Selbstportraits nur wenig, oder eigentlich gar nichts, anfangen. Ich erlaube mir mal die Bemerkung, dass ich damals so bestimmt nicht aus dem Haus gedurft hätte. Zu ähnlich sind doch die Schminkstile bestimmter nachtarbeitender Berufsgruppen am Straßenrande. Die jungen Damen könnten viel Geld sparen, wenn Sie sich nur wenig dezenter schminken würden. Und könnten sich nach ein paar Jahren etwas 'richtiges' leisten. Z.B. die Anzahlung für ein Auto o.ä. Das hat jetzt allerdings nichts mit Geiz zu tun.
Ebenso mit Erläuterungen wie "ich war heute wieder in der Schule...". Na, die heutige Jugend geht zur Schule. Das lässt ja hoffen.
Oder eben die Bastelanleitungen (heißen heute DIY für do it yourself). Meine Wohnung ist eingerichtet, die Stiefkinder aus dem Haus und als Anhängerin einer heidnischen Kultur bin ich ja sowas von froh, keine Strohsterne oder gar Halloweenkürbisse basteln zu müssen. Letztere sind von Übersee sozusagen re-importiert worden, denn die eigentliche Bedeutung ist keltisch-europäischen Ursprungs.
Auch ich hole mir Anregungen. Bei Freunden, Freundinnen, in Zeitschriften und Büchern, in Blogs über kochen und backen, und ganz wichtig, beim selbst Ausprobieren. Probieren Sie doch auch mal wieder aus Lust und Laune heraus etwas Verrücktes aus. Oder ein neues Gericht, oder die neue Schuhcreme, oder den neuen Lippenstift. Sie werden sehen, selbst ein schön gebügelter Hemdkragen kann Spaß machen.
Die Antworten sind ganz einfach:
- Aus Respekt; ich finde, das gehört sich so.
- Nein, wir Schwaben, resp. wir Schwäbinnen gehen zum Lachen grundsätzlich in den Keller.
- Nein, weil mir meine Oma keine vererbt hat (Schwaben sind ja bekanntermaßen geizig).
Als gestandene Frau, habe ich meinen Stil (neudeutsch Style genannt) längst gefunden. Und auch meine Mode, äh... Fäschion. Ich weiß auch, wie man sich schminkt und kann mit Seitenlangen Anleitungen und spiegelverkehrten Selbstportraits nur wenig, oder eigentlich gar nichts, anfangen. Ich erlaube mir mal die Bemerkung, dass ich damals so bestimmt nicht aus dem Haus gedurft hätte. Zu ähnlich sind doch die Schminkstile bestimmter nachtarbeitender Berufsgruppen am Straßenrande. Die jungen Damen könnten viel Geld sparen, wenn Sie sich nur wenig dezenter schminken würden. Und könnten sich nach ein paar Jahren etwas 'richtiges' leisten. Z.B. die Anzahlung für ein Auto o.ä. Das hat jetzt allerdings nichts mit Geiz zu tun.
Ebenso mit Erläuterungen wie "ich war heute wieder in der Schule...". Na, die heutige Jugend geht zur Schule. Das lässt ja hoffen.
Oder eben die Bastelanleitungen (heißen heute DIY für do it yourself). Meine Wohnung ist eingerichtet, die Stiefkinder aus dem Haus und als Anhängerin einer heidnischen Kultur bin ich ja sowas von froh, keine Strohsterne oder gar Halloweenkürbisse basteln zu müssen. Letztere sind von Übersee sozusagen re-importiert worden, denn die eigentliche Bedeutung ist keltisch-europäischen Ursprungs.
Auch ich hole mir Anregungen. Bei Freunden, Freundinnen, in Zeitschriften und Büchern, in Blogs über kochen und backen, und ganz wichtig, beim selbst Ausprobieren. Probieren Sie doch auch mal wieder aus Lust und Laune heraus etwas Verrücktes aus. Oder ein neues Gericht, oder die neue Schuhcreme, oder den neuen Lippenstift. Sie werden sehen, selbst ein schön gebügelter Hemdkragen kann Spaß machen.
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